Big Brother

Ein wenig bewege ich mich nämlich auch im "Tal der Ahnungslosen". Nach dem Motto, es wird ja wohl nicht alles so schlimm sein, habe ich doch zahlreiche Informationen über mich preisgegeben.

Weil man nicht genau weiss, was an Datenabschöpfung möglich ist, hat man sich auch nicht so sehr gefürchtet.

Nun, nach den jüngsten Veröffentlichungen, wird mir bewusst, dass wir längst gläserne Menschen sind!

Nahm man es noch als nur lästig hin, wenn nach dem Internetkauf eines Kochbuches für eine bestimmte Diät sich plötzlich auch die Weightwatchers per Internet meldeten, so überkommt einem bei ernsthafterer Thematik, wie etwa der persönlichen Freiheit, große Sorgen.

George Orwells Horrorszenarium von der perfekten Überwachung ist längst Wirklichkeit geworden.

Das Erschreckende dabei ist, dass westliche Demokratien, die eigentlich doch freiheitlichen Grundrechten verpflichtet sind, hier federführend sind! Gesetzliche Hindernisse werden geschickt umgangen; klar, denn diese Gesetze stammen noch aus einer internetfernen Zeit.

Götz Hamann schreibt in seinem Artikel "Der Moment der Bürger" in der ZEIT vom 27. Juni 2013 : " Denn die Geheimdienste verstoßen gegen das Grundrecht auf Privatsphäre - das Bundesverfassungsgericht hat es das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung genannt. Sie verstoßen gegen das Grundrecht auf Post- und Telekommunikationsgeheimnis und gegen das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung."

Er meint, es sei Aufgabe der Bürger, sich zur Wehr zu setzen und auf einer zu schaffenden Plattform einen Wertekodex für das Netz zu erstellen, der geeignete Ort für eine solche Debatte sei das EU-Parlament.

 

Noch eins zum Schluss, ich meine ernsthaft, dass man Edward Snowden für den Friedensnobellpreis vorschlagen sollte. Noch besser wäre es, wenn Obama den seinen Edward Snowden vermachen würde, denn der hat ihn wirklich verdient!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0